Archiv | November, 2015

Klinikchef Prof. Jörg Martin bekommt „Rote Karte“ überreicht

30 Nov

Anlass der Aktion sind Maßnahmen des Geschäftsführers Prof. Jörg Martin, wodurch Grundrechte der Beschäftigten und Rechte der Gewerkschaften eingeschränkt würden. Alleine im November habe die Geschäftsführung sowohl zwei Gewerkschaftssekretären ein Hausverbot erteilt, als auch keine Möglichkeiten zur Mitgliederversammlung gelassen und darüber hinaus den Wunsch der Station 1B, von ver.di unterstützt zu werden, verwehrt.

Cuno Hägele, Geschäftsführer ver.di Bezirk Stuttgart, sieht dringenden Handlungsbedarf seitens des Landrats. „Die Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim sind öffentliche Kliniken. Es darf nicht sein, dass unter der Kontrolle des Landrats, grundlegende demokratische Rechte nicht eingehalten werden.“

In anderen Kliniken würden Gewerkschaftsrechte selbstverständlich geachtet. „Wir sind mit ver.di sehr aktiv in unserem Haus, doch solche Maßnahmen der Geschäftsführung gab es noch nie“, ergänzt Volker Mörbe, Personalrat und Vertrauensleutesprecher im Klinikum Stuttgart. Selbst bei kirchlichen Trägern sei es in der Zwischenzeit Standard, dass die Zugangsrechte umfassend eingehalten werden.

Als gravierendste Einschränkung der Rechte von Mitarbeitern und ihrer Gewerkschaft, führt Marc Kappler, Gewerkschaftssekretär Fachbereich Gesundheit, an: „Beschäftigte der Notaufnahme mussten sich am 11.11.15 mit ver.di vor der Türe treffen, weil den ver.di Hauptamtlichen ein Hausverbot erteilt wurde. Damit wollte die Geschäftsführung eine Beratung durch ver.di an dem Tag verhindern und hat damit sogar die eigenen Pflegekräfte genötigt, das Haus zu verlassen.“

Die Behinderung von ver.di seien jedoch nicht die einzigen Fehltritte des Geschäftsführers Prof. Martin. So habe er kürzlich veranlasst, dass alle Reinigungskräfte und Stationshilfen im Haus versetzt wurden mit dem Ziel eingespielte Teams zwischen Pflege und Reinigung zu trennen. Kappler ist darüber erschüttert: „Es ist menschlich empörend, wenn systematisch persönliche Bindungen und effektive Arbeitsprozesse zerstört werden.“ Nicht nur die Reinigungskräfte beklagten sich, sondern es bedeute eine zusätzliche Belastung für die Pflege, da sie nun den Reinigungsprozess neu koordinieren müssten. „Dabei hat die Pflege selber nicht genug Personal, um alle notwendigen Pflegetätigkeiten ausführen zu können“, stellt eine Pflegekraft von Station klar.

Werbeanzeigen